Den Abschied leichter machen für die
spanischen, französischen und einheimischen Jugendlichen wollten der Kleinostheimer
Jugendpfleger Christian Kohlert und die anderen Betreuer: Deshalb »charterten« sie am
letzten Abend des Austauschs die »St. Martin« und machten ein Discoboot
daraus.
Foto: Peter Katzendobler
Das Ende eines Dreiländertreffs:
Europäische Klänge
auf dem Maindampfer
25 Jugendliche aus Frankreich, Spanien und Kleinostheim: Austausch im
wahren Sinne
Kleinostheim. Wer das bunte Treiben auf, dem Schiff »St. Martin« Ende vergangener
Woche vom Ufer des Mains aus beobachtet hat, wusste wohl, dass es sich bei den tanzenden
Gestalten nicht um eine Kaffeefahrt-Gesellschaft handelte. Franzosen, Deutsche und
Spanier verwandelten zum Abschluss ihres einwöchigen Jugendaustauschs in Kleinostheim den
Maindampfer in ein Discoboot und tuckerten bis Mitternacht zwischen Karlstein und
Aschaffenburger Schloss hin und her.
In Kleinostheim legte das Schiff ab, direkt vor dem Anker, den die Partnerstadt Bassgus
(Gironde) der Gemeinde geschenkt hat. Seit drei Jahren besteht der große Austausch
der vier Gemeinden Bassgus in der Gironde, Bassgus in Savoyen, Suances in Spanien und
Kleinostheim in Unterfranken. Zuerst trafen sich alle in Savoyen, dann in der Gironde
und dieses Jahr war Kleinostheim der Treffpunkt für die Jugendlichen aus drei Ländern.
Eine Woche lang kampierten die 22 Teilnehmer und zehn Betreuer auf dem Sportplatz der
Schule und versuchten sich gegenseitig von den kulinarischen Genüssen der anderen Länder
zu überzeugen, was in den meisten Fällen auch gelang. »Nur die Sache mit dem Sauerkraut
... da war nichts zu machen!«, ansonsten gab es laut Jugendpfleger Christian Kohlert
keine kulturbedingten Geschmacksunterschiede.
Schließlich sind sich alle darüber einig, was die Höhepunkte des Programms in und um
Kleinostheim waren: »Das Tollste war das Wakeboard im Main.« Was bitte ist das? »Na,
ein Snowboard auf dem Wasser!« Das dürften selbst die wenigsten Einheimischen kennen,
aber die Jugendlichen haben sich elf Stunden lang einweisen lassen und dabei den
Besuch in der Würzburger Residenz immer mehr ins Abseits gedrängt.
Weniger das Verdienst der Veranstalter war ein anderes Spektakel, das Franzosen und
Spanier ohne den Austausch verpasst hätten: Die Sonnenfinsternis erlebte die Gruppe auf
einem Berg in Glattbach. Als die Wolken so gar nicht verschwinden wollten, legten
alle augenblicklich einen Sonnentanz hin und für einige Sekunden zog sich der Himmel
frei.
Mario aus Suances ist begeistert von der Woche und mag sich gar nicht so recht auf seinen
nun anstehenden Teneriffa-Urlaub freuen. Selbstbewusst erklärt er, dass natürlich
er und seine Freunde mit dem Tanz begonnen haben. Denn obwohl er ansonsten keine
Klischees bestätigt sah - »wir waren in dieser Woche wie aus einem Land« - ist er
überzeugt, dass die Spanier einfach besser tanzen können. »Aber nächstes Jahr beim
Austausch in Suances bringen wir das den andern schon bei.«
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